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Eingewöhnungszeit

Die Eingewöhnung – warum ist sie so wichtig?

 

Alle Kinder bauen in ihren ersten Lebensmonaten besondere Beziehungen zu Personen ihrer engsten Umgebung auf (Eltern) = Bindungen oder Bindungsbeziehungen spätestens vom 7. Monat an beginnt das Kind, den Kontakt zu diesen besonderen Bindungspersonen zu suchen und sie gegenüber anderen Personen zu bevorzugen.

 

Besonders in Stresssituationen (fremde Umgebung, fremde Personen, Erkrankung, Schmerz) benötigen die Kinder ihre Anwesenheit und Aufmerksamkeit, um ihr inneres Gleichgewicht zu halten oder wieder herstellen zu können.

 

Bei Irritationen oder Angst suchen die Kinder Nähe bis hin zum engsten Körperkontakt und können sich erst wieder beruhigen, wenn sie die gewünschte Nähe erreicht haben.

 

Ist keine Bindungsperson anwesend, kann auch keine fremde Person in der Regel das Kind trösten. Deswegen ist es so wichtig, dass den Kindern für die Eingewöhnung, bei der ein Elternteil anwesend ist, genügend Zeit gelassen wird. Der anwesende Elternteil dient als sichere Basis zum Aufbau einer neuen Beziehung zum zunächst fremden Krippenpersonal.

 

Die Anwesenheit wird erst entbehrlich, wenn das Kind zur Bezugserzieherin eine Beziehung aufgebaut hat (Erzieherin als sichere Basis für das Kind). Dauer der Eingewöhnungsphase mindestens 6 – 14 Tage bis 3 Wochen

 

Die Verschiedenen Phasen der Eingewöhungszeit

 

Die Kennenlernphase

Damit sich Ihr Kind bei uns wohl und geborgen fühlt, ist es sehr wichtig, dass es genug Zeit bekommt, sich gut einzugewöhnen und uns, das Personal der Krippe, kennenzulernen. Es warten viele neue Eindrücke und Erfahrungen auf Ihr Kind und wir möchten es dabei als sichere Basis stützen können.

 

Auch Sie sollen in dieser Zeit die Möglichkeit haben, unsere pädagogische Arbeit kennenzulernen und Vertrauen zum Personal aufzubauen. Die Eingewöhnung sollte im Normalfall ein Elternteil übernehmen.

 

An den ersten drei Tagen kommt das Kind mit einem Elternteil vormittags für eine Stunde, zu einer vom Personal festgelegten Zeit, zu uns in die Krippe. Der Elternteil bekommt einen Platz von uns in der Krippe zugewiesen. Von da aus sind Sie für Ihr Kind jederzeit im Blickfeld und bei Bedarf zugänglich. Ihr Kind soll die Gelegenheit haben, sich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen.

Es ist wichtig, dass es seine Spiel- und Erkundungsaktivitäten frei bestimmen kann und zu keinem bestimmten Verhalten gedrängt wird.

 

Die Vertrauensphase

Ab dem vierten Tag wird der erste Trennungsversuch gestartet, dieser dauert eine Viertel bis halbe Stunde. Sie verweilen in dieser Zeit in der Einrichtung, um bei Bedarf sofort anwesend sein zu können.

 

Je nach Intensität des Vertrauens Ihres Kindes, wird in Absprache mit Ihnen und der Bezugserzieherin die tägliche Trennungszeit gesteigert.

Um den Trennungsschmerz für Ihr Kind zu erleichtern, verabschieden Sie sich von Ihrem Kind, übergeben es der Bezugsperson und verlassen möglichst zügig den Raum. Während dieser ersten Trennungszeiten haben Sie die Möglichkeit, das „Ich-Buch“ zu gestalten.

 

Ihr Kind hat jetzt die Möglichkeit, die Umgebung eigenständig zu erkunden. Nach ca. 7 Tagen werden sie die Einrichtung verlassen, sind aber telefonisch erreichbar. Die Dauer der Abwesenheit wird abgesprochen und je nach Verlauf kann Ihr Kind dann schon nach wenigen Tagen die gebuchte Zeit in der Einrichtung bleiben.

 

Die Schlussphase

Das Kind besucht nun täglich alleine die Krippe. Die Eingewöhnung des Kindes ist grundsätzlich dann abgeschlossen, wenn die Bezugserzieherin vom Kind als „sichere Basis“ akzeptiert wird und es sich von ihr trösten lässt, um anschließend wieder zufrieden zu spielen.

Nach ca. 3 Monaten findet, je nach Wunsch, ein Eingewöhnungsgespräch zwischen Ihnen und der Bezugserzieherin statt.

 

„Ich-Buch“ - Was ist das?

Dieses Buch ist ein von den Eltern gestaltetes Album, in dem Sie Fotos von Ihnen, Ihrem Kind und der Familie einkleben, beschriften und individuell gestalten. So kann das Kind im Alltag, wenn es Sie vermisst, das Album hin und wieder zur Hand nehmen und es ich anschauen. Die Kinder finden in den Fotos oft Trost.